| Pilgerreisen in Bodh Gaya und Bhutan |
| Freitag, den 09. Dezember 2011 um 11:41 Uhr |
Mit Drubwang Tsoknyi Rinpoche auf Pilgerreise in Bodh GayaWir (Gerda und Barbara aus München) begannen unsere Reise am 21. Oktober 2011 von München nach Delhi, um dann nach Gaya weiterzufliegen. Und bereits hier ereignete sich das erste glückverheißende Ereignis: S.H. der Karmapa, war in der gleichen Maschine. Wir fanden das sehr aufregend und besonders, dass unser Pilgerreise so begann. Am 24. Oktober trafen wir in Bodh Gaya auf die anderen Pilgerreisenden, wo einige bereits seit 6. Oktober unterwegs waren und die Einweihung des Nonnenklosters in Muktinath wie auch den Besuch der heiligen Orte in Nepal und Indien erlebt hatten. In Bodh Gaya fuhren wir mit Rinpoche zu dem Ort, an dinem Lord Buddha von der Maid Sujata den Milchreis angeboten bekam, den er dann auch verzehrte. Unter jenem Banyanbaum gab uns Rinpoche das erste teaching. Am nächsten Tag, am Neumond, fuhren wir nach Rajgir und erklommen den Vulture’s Peak, wo Lord Buddha das Prajnaparamita lehrte, somit den Mahayana mit der zweiten Drehung des Dharma-Rades initiierte. Rinpoche gab uns unter der heißen Sonne Indiens eine Belehrung zum Herzsutra. Mit Drubwang Tsoknyi Rinpoche auf Pilgerreise in BhutanNach einer Woche in Bodh Gaya, flogen die meisten der Gruppe über Kalkutta nach Paro in Bhutan – und das war ein Weltenwechsel sonders gleichen. Die Luft war sauber, die Aussicht klar und weit. Ein großes Bild des frisch vermählten Königspaares begrüßte uns und wir wurden durch ein Plakat darauf hingewiesen, dass in ganz Bhutan Rauchverbot ist. Am gleichen Abend hatten wir eine Audienz beim Yangsi 3 von Dilgo Khyentse Rinpoche, der uns eine kurze Belehrung über die die tiefe Bedeutung des Widmens und eine Übertragung des Sieben-Zeilen-Gebets von Padmasambhava gab. Im Schutze der Nacht fuhren wir weiter zum Kloster, wo der 9-jährige Yangsi von Nyoshul Khen Rinpoche ausgebildet wird. Tsoknyi Rinpoche war sichtlich erfreut die Wiedergeburt seines verehrten Lehrers zu treffen und es gab auch eines von vielen Gruppenfotos. Nach so vielen bedeutungsschweren Eindrücken war es Zeit zum Abendessen. Wir bekamen traditionelle Musik zu hören und Tänze zu sehen und konnten zum ersten Mal das Nationalgericht „Ema Dadsi“ 4, dass eine/n müde/n Pilger/in wieder auf die Beine bringt, kosten. Am nächsten Tag brachen wir sehr früh auf, um reichlich Zeit für das Taktsang, das berühmte „Tiger’s nest“, den heiligsten Ort in Bhutan, zu haben. Der Ursprung des Namens beruht auf der Sage, dass Padmasambhava auf dem Rücken einer Tigerin hierher geflogen ist. Tags darauf besuchten wir zuerst den National Memorial Chorten in Thimphu. Auf drei Ebenen waren riesige Tonstatuen zu sehen, die sowohl friedvolle als auch zornvolle Gottheiten darstellten. Die Praxis der Bhutanesen war hier offensichtlich: Viele machten Kora rund um den Stupa oder drehten die großen Gebetsmühlen nebenan. Als nächstes besuchten wir das traditionelle Medizinmuseum, wo eine beeindruckende Anzahl Exponate von Medizinalpflanzen und deren Wirkungsart ausgestellt sowie Darstellungen der Behandlungsarten auf großen Thangkas dargestellt waren. Wir besuchten Zorig Chusum, die Nationale Handwerksschule, wo junge Menschen verschiedenste Ausbildungen in Holzschnitzerei, Fertigen von Tonskulpturen, Webkunst, Thangkamalerei und anderen Handwerken erlernen können. Nachmittags bekamen wir einen Einblick in den Herstellungsprozess von handgeschöpftem Papier. Am 4.11.11 machten wir uns auf den Weg nach Punakha und mussten über den Dochula Pass auf 3140 m. Hier konnten wir durch den dichten Nebel kaum die 108 Stupas sehen. Um die lokalen Gottheiten günstig zu stimmen, machte Rinpoche eine Feuer-Puja und wir hängten viele Gebetsfahnen auf. Weiter ging die Fahrt nach Lobesa, einem kleinen Ort, dessen Hausfassaden übergroße Penis-Darstellungen schmückten. Ungefähr 20 Pilger/innen machten sich hier auf die Heimreise. Die anderen brachte eine ganztägige kurvenreiche Busfahrt durch prachtvolle üppige Landschaften in das Zentrum von Bhutan. Wir machten eine kurze Unterbrechung in Trongsa, um das Ta Dzong Museum mit vielen Statuen und Antiquitäten anzuschauen. Am nächsten Morgen konnten wir im Dzong von Jakar einem jährlichen Tsechu 7 beiwohnen. Ein Höhepunkt der Zeremonie war das Entrollen des hausgroßen Padmasambhava Thangkas, namens Thongdrol, wo gesagt wird, dass man bereits durch das Sehen befreit wird. Ein weiterer Höhepunkt waren die Tänzer, die in beeindruckenden Masken und farbenfrohen Kostümen barfuß tanzten. Ein nicht enden wollender Strom von Menschen drängte in den Innenhof des Dzong, um sich mit ihrem Kopf bei den verschiedenen Gottheiten des Thongdrols zu verbeugen. Beim Verlassen des Innenhofs bekamen alle Safranwasser und Tsog. Am Nachmittag fuhren wir in das Kurjey Lhakang und machten gemeinsam eine Ganachakra Puja. Hier meditierte Padmasambhava drei Monate in einer Höhle. Wir durften die Körperabdrücke, die Guru Rinpoche an den Höhlenwänden hinterlassen hatte, sehen. Auf dem Weg in das Tamshing Kloster machten wir Halt im Jampey Kloster, einem Maitreya-Tempel. Im Tamshing Koster waren an allen Wänden nicht restaurierte Gemälde. Hier hat sich Pema Lingpa aufgehalten und viele Schöpfungen hinterlassen. Wir sahen auch jene Padmasambhava-Statue, die durch Dakinis angefertigt wurde. Einzigartig ist, dass sie nach oben blickt und den Dakinis beim Wegfliegen zuschaut. Am 7.11.2011 hatten wir zum ersten Mal strahlenden Sonnenschein in Bhutan. Wir fuhren in Richtung Shingkhar über den Sheylang la (Pass) und machten wieder eine ausgiebige Puja mit Rauch, Lebensmitteln und vielen Gebetsfahnen. Unser Ziel war das auf einem Berghang liegende Tharpaling, wo sich Longchenpa während seines 10-jährigen Exils in Bhutan aufhielt. Zuerst beteten wir im Tshogkhang, einem Tempel, in dem viele Statuen von Manjushri in seinen verschiedensten Erscheinungsformen standen, in der Mitte stand eine große Guru Rinpoche Statue und an den Wänden waren wunderschöne Darstellungen von Arya Tara mit ihren einundzwanzig Schwestern. Wir gingen ungefähr 15 Minuten bergan und kamen zum Chödrak Tempel. Die Rinpoches wurden von den Mönchen erwartet und mit Trompeten und Kataks begrüßt. Der Chödrak Lhakhang ist sehr besonders: Er wurde vom 7. Je Khenpo Ngawang Thinley gebaut und beherbergt 100 Statuen des elfköpfigen Avalokiteshvara. Er ist ein sehr wichtiger und heiliger Platz für Avalokiteshvara. Spontan führten die Rinpoches eine Ganachakra Puja durch. Rinpoche empfahl großzügig Spenden für die Mönche und das Kloster zu geben, damit sie ihr alljährliches Drubchen durchführen können. Es kam eine ansehnliche Summe zu Stande. Noch einmal machten wir uns auf den Weg bergan zu einem kleinen Tempel, der das Kudung (Stupa) von Nyoshul Khen Rinpoche beherbergte. An unserem letzten Tag in Bumthang besuchten wir den Barchey Künsel Tempel. Tsoknyi Rinpoches Vater Tulku Urgyen hatte damals den Tempel neu eingeweiht und ein Drubchen zur Barchey Künsel Praxis über mehrere Monate durchgeführt. Als Verbindung leitete Tsoknyi Rinpoche eine kurze Barchey Künsel Praxis, als der Tempel mit sichtbaren Sonnenstrahlen sanft und zauberhaft beleuchtet wurde. Anschließend besuchten wir ein neues Nonnenkloster namens Pema Chöling 8, das unter der Leitung von Gangteng Tulku Rinpoche, der aktuellen Verkörperung von Pema Lingpa, steht. In unmittelbarer Nähe des Klosters war Mebartso, „der brennende Teich“, wo Pema Lingpa ein Wunder unter vielen Augen bewirkte. Der lange Rückweg nach Paro dauerte eineinhalb Tage. Wir durften die Landschaft und die Bergriesen des Himalaya bei strahlendem Sonnenschein erleben und hatten das Gefühl, dass sich auf dieser Reise auch unser verwirrter Geist geklärt und entnebelt hatte. Wir sind voller Dankbarkeit, dass wir mit Tsoknyi Rinpoche, seiner Mutter und seinem Großvater sowie Choegon Rinpoche, Lama Tasi und Ani Dikki diese Pilgerreise machen konnten. Dank ihrer inspirierenden Anwesenheit konnten wir viele heilige Stätten besuchen und viele Wunschgebete, Opfergaben und Widmungen für uns und alle Wesen machen. Wir waren und sind nach wie vor fasziniert, wie Gerardo Abboud (Rinpoches argentinischer Dolmetscher für Englisch und Spanisch) und seine Tochter Sofia alles so umsichtig organisiert haben und uns damit viele Erfahrungen ermöglichten. Eine kleine Gruppe von Argentinier/innen filmte die Pilgerreise von Muktinath bis Bhutan und neben einem umfangreichen Reisebericht auf Pundarika.org wird es auch eines Tages einen Film geben. Somit kann sich jede/r (wieder) anschließen. Tsoknyi Rinpoches Botschaft: „Während der Pilgerreise habe ich immer wieder an alle meine Schüler/innen gedacht und für sie gebetet, ganz egal ob sie auf dieser Reise dabei waren oder nicht. In diesem Sinne seid ihr alle bei mir gewesen, und wir sind gemeinsam zu diesen heiligen Stätten gereist.“ Kusuzangpo Gerda, Barbara und Jen NB: Wir bitten um Nachsicht für alle Fehler – welcher Art auch immer – die wir gemacht haben. Mögen sie keinerlei Eindruck in eurem Geist hinterlassen.
Fußnoten:
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